Tamaskan

Der Tamaskan ist ein Wolfshund und stammt aus Finnland. Er wird von Kennern liebevoll Tami genannt. Die Hunderasse ist noch sehr jung und von der FCI nicht anerkannt. Sie wurde mit dem Ziel gezüchtet, dem Wolf so ähnlich wie möglich auszusehen. Dabei sollte er aber die positiven Charaktereigenschaften des Haushundes behalten.

Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob es sich beim Tamaskan um einen Northern Inuit oder ob es sich um zwei verschiedene Rassen mit dem gleichen Ursprung handelt. Mehr zur chaotischen Geschichte, dem Aussehen, Charakter und auf was du bei Züchtern achten musst, erfährst du in diesem Artikel.

UrsprungFinnland
FCI-Gruppenicht anerkannt
GrößeGroße Hunderasse
WiderristhöheRüde: 63 – 73 cm, Hündin: 61 – 71 cm
GewichtRüde: 32 – 50 kg, Hündin: 25 – 41 kg
Alter14 Jahre
Preis1.750 – 2.000 Euro

Für wen ist die Hunderasse geeignet

Aktive HunderasseJa
Für Anfänger geeignetNein
Für Wohnung geeignetNein
Als Wachhund geeignetNein
Als Familienhund geeignetJa
Kommt gut mit anderen Hunden zurechtJa
PflegeaufwandMittel
Für Allergiker geeignetNein

Aussehen und Merkmale

Ein Tamaskan sieht einem Wolf ähnlich aus. Das Fell ist rau und sollte dicht sein. Das Winter- und das Sommerfell sind unterschiedlich. Auch farbliche Unterschiede sind möglich. Die Fellfarbe ist von einfarbig grau bis rot-grau, schwarz-grau oder wolfs-grau. Normalerweise ist das Fell kurz. Die Ohren sind mittelgroß, der Schwanz grade und buschig. Ein solcher finnischer Wolfshund hat eine charakteristische Wolfsmaske, ein Scherengebiss und eine schwarze Nase. Die Augen sind gelblich, braun oder bernsteinfarben. Sind die Augen blau, gilt dies als Zuchtfehler.

Größe und Gewicht

Tamaskan Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 63 bis 73 cm und ein Gewicht von 32 bis 50 kg. Hündinnen sind etwas kleiner und leichter. Sie werden 61 bis 71 cm groß und 25 bis 41 kg schwer.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung vom Tamaskan ist in etwa 14 Jahre. Im Vergleich dazu wird ein Deutscher Schäferhund 9 bis 13 Jahre und ein Sibirischer Husky 12 bis 15 Jahre alt.

Rassetypische Krankheiten

Beim Tamaskan ist nur Kryptorchismus als rassetypische Krankheit bekannt. Das bedeutet, dass manche Rüden lediglich einen Hoden im Hodensack haben.

Der Tamaskan stammt bekanntlich unter anderem von den Deutschen Schäferhunden und den Sibirischen Huskies ab. Diese beiden Rassen haben eine erbliche Veranlagung für Hüftgelenksdysplasie. Aus diesem Grund müssen Züchter ihre Hunde auf diese Krankheit untersuchen lassen. Nur Hunde, die nicht unter einer solchen Vorbelastung leiden, sind zur Zucht zugelassen. Züchter sollten außerdem einen DNA-Nachweis vorweisen können. Mit diesem werden sonstige Erbkrankheiten am wahrscheinlichsten ausgeschlossen.

Ähnliche Rassen

Die Wahl auf die Rasse fällt meistens wegen der Optik. Dadurch sind die dem Tamaskan ähnlichsten Hunderassen Wolfshunde. Doch charakterlich sind sie etwa einem Alaskan Malamute oder einem Sibirischen Husky ähnlicher.

Die Geschichte vom Northern Inuit zum Tamaskan

Fünf Mischlingshunde mit unbekanntem Ursprung machten in den USA den Anfang der Zucht. Heute wird davon ausgegangen, dass es sich um Kreuzungen vom Alaskan Husky, Alaskan Malamute, Kanadischer Eskimohund, Deutscher Schäferhund, Labrador Husky und Sibirischen Husky handelte. Die fünf Hunde importierte man nach Großbritannien. Dort wurden sie mit Mischlingen aus dem Sibirischen Husky, Samojede, Kanadischen Eskimohund, Alaskan Malamute sowie Deutschen Schäferhund verpaart. Die daraus resultierenden Nachkommen waren eine vielseitige Kombination von Hunden. Sie bildeten den Grundstein für das Projekt der Schaffung einer neuen Hunderasse.

Northern Inuit

Das Ziel der Zucht war und ist bis heute ein wolfsähnlicher Hund, der gleichzeitig auch als Arbeits- und Familienhund geeignet sein sollte. Edwina „Eddie“ Harrison zählt als die Gründerin des Projektes. Angetrieben von diesem Ziel hat sie weitere Blutlinien und Hunderassen eingemischt. Anfänglich bekamen die Nachkommen daher den Namen „Harrison Wolfdogs“ oder einfach „Wolf-Lookalikes“.

Dank kleinteiliger Rückverfolgung der Ursprünge ist inzwischen bekannt, dass auch Wolfhund-Mischlinge in das Zuchtprogramm aufgenommen waren. Aufgrund der Gesetze, die Wolfskreuzungen in Großbritannien zu dieser Zeit betrafen, war der diskrete Umgang mit dem Wissen notwendig. Man wusste bereits damals, dass bereits der Name der Rasse zu zu viele Fragen führt. Ein neuer Name musste her. 1988 entstand der Northern Inuit. Zeitgleich kam es zur Gründung der Northern Inuit Society.

Laienhafte Hundezüchter und Chaos

Mit dem Entstehen vom Northern Inuit folgten ebenso Jahre des Chaos. Züchter von überall wollten mitwirken. Ein regelrechter Wahn kam auf. Das Problem: Jeder tat, was er wollte und die meisten hatten überhaupt keine Ahnung. Durch ungenauer Zuchtstatistiken, unterschiedlichen und wahllosen Einkreuzungen, Inzucht, Zucht gesundheitlicher Probleme, Einmischung von Wolfgehalt, Verheimlichungen und sturer Ignoranz konnte das Projekt vom wolfsähnlichen Hund eigentlich schon als gescheitert bezeichnet werden. Die Nachkommen der Züchtungen fielen so unterschiedlich aus, dass man sie nicht eigenständige Rasse nennen konnte. Welpen, die überhaupt gar nicht wolfähnlich aussahen, waren mit einer gewissen Häufigkeit das Resultat. Einige besaßen Schlappohren und andere eine Ringelrute. Manche hatten blaue Augen oder ein blaues und ein braunes Auge. Auch zwischen sehr kurzes und langes flauschiges Fell in verschiedensten Farben kam alles zum Vorschein. Allgemein wurde prinzipiell alles falsch gemacht, was bloß möglich war.

Utonagan

Einzelnen Gruppierungen von Züchtern sollten in der Geschichte vom Tamaskan der Normalfall werden. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten kam es zur Aufsplitterung der Northern Inuit Society. Eine Gruppe von Züchtern gründete die Northern Inuit Society of Great Britain und übten dort eigene Zuchtpraktieren aus. Um sich noch klarer abzugrenzen nannten sie sich 2002 in die International Utonagan Society um. Deren Hunderasse hieß ab dem ebenfalls Utonagan. Sie fanden den Namen „Northern Inuit“ nicht passend, da die Hunde weder aus dem Norden kamen, noch eine Verbindung zu den Inuit hatten.

Entstehung vom Tamaskan

Um eine gesunde Hunderasse zu schaffen, war also ein zweiter Versuch und neuer Ansatz die einzige Lösung. Doch wie es kommen musste, führte das neue Projekt Utonagan schon im Jahr 2003 zu grundlegenden unterschiedlichen Denkweisen. Eine weitere Teilung war das Ergebnis. Ab nun gab es die Utonagan Society und die British and International Utonagan Society. Eine Frau Namens Lynn Sharkey/Hardey sollte nun eine tragende Rolle in der Geschichte vom Tamaskan bekommen.

Die British and International Utonagan Society hatten den Ansatz, ausgewählte Tiere vom Utonagan mit anderen Hunden, die bereits über die gewünschten Eigenschaften in Bezug auf Aussehen und Charakter verfügten, zu mixen. Nur mit einer Genpoolerweiterung sahen sie eine Möglichkeit, den Utonagan vor weiteren Gesundheitsproblemen zu retten. 2004 wurde man im Levi Huskypark in Lappland fündig. Dort lebten Wolfshunde, die für Filmzwecke aus dem Tschechoslowakischer Wolfhund, dem Amerikanischen Wolfhund und Finnischen/Sibirischen Renn-Huskies gezüchtet wurden.

2005 importierte Frau Lynn Hardey eine gekaufte Schlittenhündin aus Finnland nach Großbritannien. Fünf weitere Schlittenhunde wurden zeitgleich in Finnland reserviert. Die Hündin, die alle gewünschten Eigenschaften vereinte, stellte sie der der British and International Utonagan Society vor. Diese lehnten sie aber aufgrund dem vorherrschenden Wolfsgehalt ab. Frau Lynn Hardey entschied sich eine neue Gesellschaft zu gründen. Deren Hunderasse hat den Namen Tamaskan, der mächtige Wolfshund, erhalten.

Verbreitung der neuen Hunderasse

Noch im gleichen Jahr kehrte die importierte Hündin nach Finnland zurück. Mit ihr zusammen kamen weitere ausgewählte Utonagane von Züchtern aus Großbritannien. Von den fünf reservierten Hunden aus Lappland kamen im Austausch sowohl ein Rüde und eine Hündin zurück. Dort warteten in Schottland und England zwei Utonagan Züchter. Da der Beginn der Tamaskan-Zucht hauptsächlich in Finnland stattfand, bekam die Rasse den Beinamen Finnischer Wolfshund. Sie ist allerdings bis heute selbst in Finnland nicht anerkannt.

2006 und 2007 wurde das Tamaskan-Dog-Register gegründet. Zur selben Zeit folgten die Tamaskan-Gesellschaft in Großbritannien und der Nationale-Tamaskan-Club in den USA. Unter dem Slogan “The Wolfdog without Wolf” (Der Wolfshund ohne Wolf) wurde ganz gezielt falsche Werbung für die neue Hunderasse gemacht. Sie verschleierten bewusst die Tatsache, dass in ihren Gründungstieren auch der Tschechoslowakischer Wolfhund sowie der Amerikanischer Wolfhund enthalten waren.

Mit der Verbreitung vom Tamaskan wurden wieder neue Hunderassen eingekreuzt. So ist z.B. mittlerweile auch der Saarlooswolfshund im Genpool. Durch Verschleierung vom Wolfsgehalt wie ebenso wieder einmal laienhaftem Züchten splitteten sich erneut neue Gruppen. Die Gründungsmitglieder sind heute bei Liebhabern der Hunderasse nicht mehr angesehen. Ihnen konnte man gefälschte Stammbäume und die Lügen über die Abstammung beweisen. Sie wurden aus dem Tamaskan Dog Register ausgeschlossen.

Unter der neuen Leitung machte das Tamaskan Dog Register große Fortschritte. Seit Jahren ist die Rasse bereits von der American Rare Breed Association (ARBA) und dem Kennel Club of the United States of America (KCUSA) offiziell anerkannt. Ebenfalls werden mittlerweile dank fortschrittlichen Zuchtpraktiken vorwiegend Welpen mit den gewünschten Eigenschaften geboren. Generation für Generation kommt die Rasse damit ihrem Ziel näher, einmal vollständig als eigenständige Wolfshunderasse anerkannt zu werden.

Charakter, Wesen und Temperament

Ein Tamaskan sieht anderen Wolfshunden, wie dem Saarlooswolfhund und dem Tschechoslowakischen Wolfshund, ähnlich. Doch charakterlich unterscheidet sich ein finnischer Wolfshund sehr von der FCI anerkannten Wolfshunderassen. Der Tamaskan hat eher den Charakter vom Sibirischen Husky oder vom Alaskan Malamute. Er ist loyal, lebensfroh, verspielt und freundlich. Gerne wird er auch als temperamentvoll und stur bezeichnet. Gegenüber Fremden zeigt er nicht die große Zurückhaltung, die für wolfsähnliche Hunde so typisch ist. Er ist eher neugierig und interessiert.

Erziehung

Bei einem Tamaskan ist ein konsequentes Auftreten nötig. Doch er sollte mit liebevoller Strenge erzogen werden. Abwechslung und genügend Beschäftigung ist bei der Erziehung wichtig. Ein kleiner Tamaskan Welpe kommt sonst gerne auf dumme Ideen. Einem finnischen Wolfshund wird schnell langweilig. Wenn er keine Beschäftigung bekommt, sucht er sich sie. Er sollte früh an verschiedene Situationen herangeführt werden. Diese nimmt er ebenfalls gerne an und lernt wissbegierig.

Haltung

Ein Tasmaskan ist gerne draußen an der frischen Luft. Für die ausschließliche Draußen Haltung ist er dennoch nicht geeignet. Körperlich kann er es zwar gar bei kaltem Wetter gut im Freien aushalten. Er braucht aber ebenso die Nähe zu seinen Menschen. Am besten eignet sich für die Haltung daher ein Haus mit freiem Zugang zum Garten. Dort kann er nach Herzenslust toben. Du musst dir aber bewusst sein, dass dieser Vierbeiner auch gerne einmal ein paar Löcher buddelt. Die Hunderasse ist so eine Gefahr für jeden englischen Garten. Du solltest du darauf achten, dass dein Garten ausbruchsicher ist.

Der Tamaskan ist eine aktive Hunderasse. Wenn er öfters ohne dich Zeit verbringen muss, macht ein Zweithund durchaus Sinn. Der Hund liebt Beschäftigung. Ohne sie könnte er auf die Idee kommen, dein Zuhause in Eigenregie etwas umzudekorieren.

Als Familienhund ist der Tamaskan sehr gut geeignet. Der finnische Wolfshund besitzt kaum einen Jagdtrieb und ist nicht gerne alleine. Er kann gut mit Kindern und fühlt sich inmitten einer Familie wohl.

Züchter vom Wolfshund

Die Beliebtheit vom Tamaskan ist aufgrund der Netflix Serie Game of Thrones stark gestiegen. Die dort zu sehendenden Schattenwölfe sind Northern Inuits. Dadurch ist gleichermaßen die Nachfrage vom Tamaskan angewachsen. Bei steigenden Nachfragen von bestimmten Hunderassen, ruft dies leider auch immer wieder sogenannte Vermehrer auf den Plan. Diese wollen mit Hunden nur das schnelle Geld machen. Es geht ihnen weniger um die gesunde und nachhaltige Zucht der Tiere. Die Rasse ist nicht vom FCI anerkannt und zudem noch eine sehr junge. Dadurch gibt es kein flächendeckendes Wissen über Rassestandards. Für Laien ist es schwer zu erkennen, ob der Tamaskan Züchter seriös arbeitet.

Neben der Gefahr, dass bei der Zucht weder auf die artgerechte Aufzucht und Gesundheit der Welpen geachtet wurde, kommt noch eine zweite Problematik hinzu. Durch Einkreuzungen von Wolfshunden, Wolfshybriden oder gar richtigen Wölfen handelt es sich bei der Hunderasse um Wolfshunde. Bei schlechter Zucht hat das junge Tier im schlimmsten Fall einen so hohen Wolfsblutanteil, dass du dir einen halben Wolf ins Haus holst. Damit tust du weder dir und deiner Familie noch dem Hund einen Gefallen. Die richtige Wahl des Züchters ist beim Tamaskan daher besonders wichtig.

Wie viel kostet ein Tamaskan?

Die Preise für einen Tamaskan variieren sehr stark. Durch seine große Beliebtheit und den Trend wolfsähnlicher Hunde zu besitzen, musst du beim Kauf mit Kosten von 1.750 bis 2.000 Euro rechnen.

In Not

Wenn du dir einen Tamaskan wünschst und gleichzeitig einem Tier in Not helfen möchtest, sieh dich doch im Tierheim um. Durch die steigende Beliebtheit nach Schattenwölfen entstanden auch negative Folgen. Nicht alle Besitzer waren darüber im Klaren, dass sie sich einen Wolfshund ins Haus geholt haben. Dem Verlangen nach ausgiebiger Beschäftigung konnten einige Hundefreunde nicht gerecht werden. So wurden viele dieser Hunde nach kurzer Zeit wieder abgegeben, wurden gar ausgesetzt oder landeten eben in Tierheimen. Rettest du einen Hund in Not, kannst du dabei sogar noch Geld sparen.

Zubehör

Ein finnischer Wolfshund braucht körperliche und geistige Aktivitäten. Daher benötigen Besitzer vom Tamaskan geeignetes Spielzeug, welches den Hund auslasten. Er will sich bewegen und möchte knifflige Situationen meistern. Daher sind Dinge als Zubehör zu empfehlen, die ihn laufen und denken lassen.

Als einstiger Schlittenhund kann die Wolfshunderasse weite Strecken rennen. Dadurch ist er im gesunden Zustand ein ausgezeichneter Partner für das Fahrradfahren und Joggen. Ein Geschirr und Schleppleine, sowie ein Fahrradset für Hunde garantieren, dass der Tamaskan unterwegs Auslauf bekommt. Dennoch verlierst du keine Kontrolle über ihn. Außerdem hilft dir ein Apportierball dabei, dein Haustier auszulasten. Weiteres Intelligenzspielzeug führt zu geistiger Auslastung.

Auch wenn das Fell im Verhältnis noch recht kurz ist, solltest du dennoch Pflegeutensilien, wie z.B. eine Fellbürste, besitzen.

Wichtig ist zudem eine Hundetransportbox. Nur mit ihr gewährst du, dass dein Tamaskan sicher im Auto transportiert wird. Halterungen für den Rücksitz oder gar Beifahrersitz sind zu meiden. Bei einem Unfall wären sie nicht sicher genug.