Nackthunde

Nackthunde sind Hunde ohne Fell. Sie haben gar keine Haare oder nur wenige Haarbüschel. Es gibt Belege, dass es die Tiere schon seit bis zu 3.500 Jahre gibt. Die außergewöhnlichen Vierbeiner leisten somit bereits seit Tausenden von Jahren den Menschen Gesellschaft. Einst wurden sie aber nicht wegen ihrer Nacktheit gezüchtet. Ihre Vor- und Nachteile und welche vier offiziell anerkannten Hunderassen ohne Fell es gibt, erfährst du hier.

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Vorteile der Nackthunde

Nackthunde gelten als Rarität, da ihr Liebhaberkreis eher klein ist. Dabei gibt es eine Reihe von vorteilhaften Eigenschaften, die sie zu einem perfekten Begleiter machen. Das sind die Vorteile der robusten Hunde ohne Fell:

Temperament und Charakter

Auch wenn Nackthunde unterschiedlich im Temperament und Charakter sind, gelten sie allgemein dennoch als angenehme und sanfte Tiere. Sie sind menschenbezogen, wollen ihrer Bezugsperson gefallen und lernen gerne Neues. Sie sind damit gut geeignete Anfängerhunde.

Einige Hunderassen von ihnen verfügen über einen Jagdtrieb. Ebenso schlagen sie gerne bei Gefahr Alarm. Ihr Platz ist dagegen weder an der Seite eines Jägers noch sind sie als Wachhund draußen geeignet. Vielmehr gehören sie in Familien. Für ein Leben in der Stadt sind die Hunde ohne Haar auch gut geeignet.

Für Allergiker besser geeignet

Mit einer vielverbreiteten Meinung möchte ich aufräumen: Nackthunde sind keine antiallergene Hunde. Es gibt prinzipiell keine Hunderassen, die als hypoallergen bezeichnet werden können. Es gibt nicht einmal einen wissenschaftlichen Beleg, dass sich ein Nackthund weniger Allergene aussondert. Dennoch bringt das fehlende Haar durchaus einen indirekten Vorteil für Allergiker mit. Die Hundeallergene, also die Partikel, die die Allergien auslösen, finden sich in Speichel, im Urin und in den Hautschuppen. Leicht gelangen sie von dort in das Fell vom Tier. Dort haften sie dann. Da Nackthunde kein oder nur sehr wenig Haar besitzen, ist das dortige Festsetzen der Allergene nicht möglich. Und da sie auch kein Fell verlieren können, verteilen sich die Partikel schlechter in der Umgebung. Somit kann man haarlose Hunde schon als für Allergiker besser geeignet bezeichnen.

Ohne Geruch

Das Hundefell ist ein Geruchsträger. Demzufolge haften an einem Hund ohne Fell deutlich weniger Gerüche als an einem Hund mit Fell. Ohne Haare heißt aber nicht gleich komplett ohne Geruch. Jeder Vierbeiner besitzt eigene Gerüche. Ganz neutralisieren lassen sie sich nicht.

Erkennen von Parasiten

Hunderassen ohne Fell haben zudem den Vorteil, dass eventuelle Parasiten, wie Flöhe oder Zecken, viel schneller entdeckt werden können. Als Besitzer kannst du so sofort entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Nachteile der Hunde ohne Fell

Wo es Vorteile gibt, sind auch einige Nachteile zu finden. Wer sich einen Nackthund anschaffen möchte, der muss sich mit den Folgenden auseinandersetzen:

Empfindliche Haut

Das Fell von einem Vierbeiner schützt die Haut nicht nur vor Kälte, sondern auch vor schädlichen UV-Strahlen. Dieser Schutz fällt bei Nackthunden ohne bedeckendes Haar weg. Sie benötigen daher im Winter einen wärmenden Hundemantel und im Sommer einen Sonnenschutz. Einige haarlose Hunde lieben es, an der Sonne zu liegen und sich zu sonnen. Ein Sonnenbrand ist die schnelle Folge. Am besten ist, wenn die empfindliche Haut langsam an die Sonne gewöhnt wird. Auch leiden einige Nackthunde an einer trockenen Haut. Dagegen hilft eine Feuchtigkeitscreme für Babys, die keine Duftstoffe enthält, oder ein Babyöl.

Nackthunde polarisieren

Nackthunde polarisieren. Das sogar nicht ohne Grund. Es ist zwar oftmals die fehlende Körperbehaarung, das in den Menschen Mitleid auslöst. Dass die Tiere aber oft als eine Qualzucht angesehen werden, hat auch noch weitere Gründe. Nackthunde weisen Fehlstellungen in ihrem Gebiss auf und leiden an einer Immunschwäche. Auch wenn die Haustiere gleichzeitig als robust gelten und bis zu 16 Jahre alt werden können, kann man die Rassen nicht als genetisch besonders gesunde Hunderassen bezeichnen.

Vier exotische Hunderassen ohne Fell

Vier verschiedene Hunderassen ohne Fell sind offiziell anerkannt – jedoch nicht alle beim FCI. Sie sind unterschiedlich im Aussehen und im Charakter. Als Gemeinsamkeit haben sie das fehlende oder nur wenig vorhandene Fell. Von den vier verschiedenen Rassen ist eine Verwandtschaft zwischen Virinigo, Xoloitzcuinte und dem chinesischen Schopfhund vorhanden. Der amerikanische Nackthund, der American Hairless Terrier, bekommt dagegen unter den exotischen Hunderassen ohne Haar eher eine gesonderte Stellung.

Peruanischer Nackthund: Der Viringo

Den Viringo gibt es  ganz ohne Haare und mit einigen Haarbüscheln am Kopf und an der Rute. Er ist ein Familienhund, der gerne Freundschaft schließt. Daher kommt er auch sehr gut mit Kindern und anderen Haustieren aus. Die Rasse wird bis zu 12 Jahre alt und ist mittelgroß. Es gibt sie in verschiedenen Hautfarben. Diese haarlosen Hunde zeigen sich draußen als lebhaft und neugierig, im Haus sind sie aber sehr ruhig und kuscheln gerne. Peruanische Nackthunde genießen die Nähe zu den Menschen sehr.

Mexikanischer Nackthund: Der Xoloitzcuintle

Ein Xoloitzcuintle kann zwischen 25 und 60 cm groß werden. Das heißt, es gibt ihn grundsätzlich in drei Größen: als Miniatur, Intermediär und als Standard. Seine Lebenserwartung beträgt bis zu 15 Jahre. Der intelligente und muntere Mexikanische Nackthund ist in verschiedenen Hautfarben zu finden. Der Xoloitzcuintle wurde schon von den Azteken verehrt. Sein Name bedeutet so viel wie „Hund des Gottes Xoloti“. Auch wenn er Menschen sehr zugetan ist und als liebevoll gilt, ist er bei fremden Personen zuerst eher zurückhaltend. Das legt sich aber im Allgemeinen sehr schnell. Er ist ein ruhiger Vierbeiner, der aber auch als Wachhund dienen kann. Mexikanische Nackthunde schlagen schnell an und bellen, wenn Fremde auftauchen. Die Hunderasse gibt es auch mit Fell. Bei der haarlosen Variante sind die Haare nur auf der Stirn und an der Spitze der Rute zu finden.

Chinesischer Nackthund: Der Chinesische Schopfhund

Der chinesische Nackthund wird bis zu 33 cm groß. Seine Lebenserwartung beträgt bis zu 15 Jahre. Die Haut des Haustieres kann verschieden farbig sein. Bei der Zucht werden aber eher Vierbeiner mit einer etwas dunkleren Haut bevorzugt. Einigen dieser Hunde fehlen Zähne, denn das Gen für das haarlose Fell besitzt auch auf die Zähne.

Es gibt den chinesischen Schopfhund in zwei Varianten: Eine hat ein üppiges Haarkleid, die andere Variante ist beinahe komplett haarlos und hat nur an der Rute, am Kopf und an den Beinen etwas Fell. Bei der Zucht werden stets je eine haarloser und einer mit einem üppigen Haarkleid miteinander gekreuzt. Chinesische Nackthunde gelten im Temperament als schlau und verspielt, sind sehr lebendig und wachsam, dazu treu und stolz.

Amerikanischer Nackthund: Der American Hairless Terrier

Der letzte Verteter der exotischen Hunderassen kommt aus Amerika. Der American Hairless Terrier ist vom FCI nicht anerkannt. Er ist entstanden, als es bei einer Rat Terrier Zucht einen nackten Terrier gab. Ein amerikanischer Nackthund kommt zwar mit einer Körperbehaarung zur Welt, verliert aber nach ein paar Wochen seine Haare und bleibt dann ein haarloser Hund. Vom Charakter und vom Körperbau her, ist er wie ein Rat Terrier, einfach ohne Fell.

American Hairless Terrier werden zwischen 18 und 46 cm groß und bis zu 16 Jahre alt. Das Temperament gilt als lebendig, intelligent, verspielt und liebevoll. Dazu sind die Nackthunde wissbegierig und neugierig, aber auch wachsam. Die Hunderasse ist ein typischer Terrier und hat dementsprechend auch einen Jagdtrieb. Dennoch sind die Tiere weniger Jagdhund und mehr als Begleit- und Familienhund geeignet.

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