Wer darüber nachdenkt, sich einen Vierbeiner anzuschaffen, sollte eins nicht vergessen: Neben den Mitteln für die tägliche Hundeernährung, dem Zubehör und den Steuern fallen regelmäßige Tierarztkosten für den Hund an. Zu den regelmäßigen Kosten gesellen sich oftmals auch unerwartete Aufwendungen. Das kann sich Jahr für Jahr während des Hundelebens zu einem ungeahnten Betrag summieren, welchen du nicht unterschätzen solltest.

Diese Tierarztkosten fallen pro Jahr an

Regelmäßige Tierarztkosten für deinen Hund kannst du einigermaßen gut kalkulieren. Dazu zählen in Verbindung mit der Impfung ebenso Routinechecks sowie die Behandlung von inneren und äußeren Parasiten. Zunächst ist die Impfung wegen der erforderlichen Grundimmunisierung etwas teurer. Später fallen dafür nur einmal jährlich Kosten an, wobei für viele Impfstoffe die Intervalle sogar größer sind. Problematisch bei der Vorabkalkulation ist, dass Tierärzte nach einer Gebührenverordnung abrechnen, die mit dem billigsten Satz von Stufe 1 bis zum höchsten Satz nach Stufe 3 reicht, für Notfälle ist auch der vierfache Satz möglich. Es können auch Zwischenstufen angewandt werden, etwa der 1,8-fache Satz. Daneben richten sich die Kosten für Medikamente und zur Parasitenbehandlung einerseits nach der Größe deines Hundes und andererseits nach dem Mittel.

Wirklich vorab kalkulieren kannst du die zu erwartenden Tierarztkosten für einen Hund nicht. Sie liegen im günstigsten Fall, je nach Abrechnungsart des Tierarztes und Größe deines Tieres, zwischen rund 100 und 200 Euro pro Jahr. Angenommen, dein Vierbeiner erreicht ein Alter von 15, beliefen sich die Kosten auf das gesamte Hundeleben gerechnet bei überschaubaren 1.500 bis 3.000 Euro. Alle weiteren Aufwendungen kommen unerwartet hinzu.

Unvorhergesehene Kosten

Es ist kaum zu erwarten, dass es bei den obigen Aufwendungen bleibt. Jeder Hund wird im Laufe seines Lebens hin und wieder krank, leidet unter Entzündungen oder zieht sich eine Verletzung zu. Eventuell steht eine Zahnreinigung an, weil der Hund häufig unter Zahnfleischentzündungen leidet. Oder vielleicht müssen ihm gelegentlich die Krallen geschnitten werden. Mit zunehmendem Alter kommt es auch zu Verschleißerscheinungen und es können sich schmerzhafte Probleme mit dem Bewegungsapparat einstellen. Diese müssen dann untersucht und behandelt werden.

Nicht immer ist eine Diagnose durch eine einfache Untersuchung festzustellen: Möglicherweise ist eine Blutabnahme inkl. Laboruntersuchung erforderlich. Auch teure Operationen und chronische Erkrankungen, die ein Leben lang medikamentös behandelt werden müssen, sind nicht auszuschließen. Bei der Inanspruchnahme des tierärztlichen Notdienstes musst du obendrein mit einem Zuschlag rechnen.

Wer nicht von Haus aus so gut betucht ist, dass er auch mal unvorhergesehen einige hundert oder auch mehrere tausend Euro bezahlen kann, sollte daher Vorsorge treffen und entweder ein entsprechendes Polster ansparen oder eine Krankenversicherung in Erwägung ziehen. Du hast die Auswahl zwischen verschiedenen Tarifen und kannst bei einer Entscheidung dein Budget berücksichtigen.

Einige Kostenbeispiele zur Orientierung

Die aktuelle Gebührenordnung für Tierärzte, abgekürzt GOT, kannst du bei der Bundesärztekammer einsehen. Sie wird gelegentlich angepasst und kann sich immer wieder ändern. Sie ist die Berechnungsgrundlage für Tierärzte.

Bei einem Tierarztbesuch kannst du den Doktor fragen, welchen Abrechnungssatz er anwendet. So kannst du dir eine etwas konkretere Vorstellung davon machen, welche zu erwartenden und welche unvorhergesehenen Kosten auf dich zukommen können – vorausgesetzt, du entscheidest dich gegen eine Hundekranken- oder -OP-Versicherung.

Je nachdem, wie der Tierarzt abrechnet, kannst du für eine einfache Untersuchung in der offiziellen Sprechstunde mit 13,47 bis 40,41 Euro rechnen. Muss dein Hund geröntgt werden, fallen 25,65 bis 76,95 Euro an. Eine Blutuntersuchung würde dich mindestens 16,03 bis 48,09 Euro kosten, wobei hier gegebenenfalls noch Laboraufwendungen und solche für eventuelle spezielle Analysen hinzukommen. Ist eine stationäre Unterbringung erforderlich, bewegen sich die Kosten zwischen 16,03 und 48,09 Euro pro Tag zuzüglich der erforderlichen medizinischen Versorgung.

Das sieht auf den ersten Blick recht übersichtlich aus. Bedenke aber: In der Regel ist ein Besuch beim Tierarzt mit mehreren Punkten der Gebührenordnung verbunden. Einer einfachen Untersuchung folgt vielleicht eine Röntgenaufnahme und zwischenzeitlich bekommt dein Hund eine Spritze mit Schmerzmitteln. Es wird eine einfache Fraktur beim Hund festgestellt, die operativ gerichtet werden muss. Dazu muss das Tier in Narkose versetzt werden. Dem folgt die Operation, wobei damit verbunden wiederum Medikamente gegeben werden, um den Kreislauf stabil zu halten. Anschließend muss der Vierbeiner zur Überwachung beim Tierarzt bleiben, bis du ihn nach abschließender Untersuchung wieder mit nach Hause nehmen kannst. Die Angelegenheit würde dich durchaus mehrere hundert Euro kosten, wobei die Folgeuntersuchungen, Folgebehandlungen und Medikamentenkosten noch nicht einberechnet sind.

Fazit zu Tierarztkosten beim Hund

Tierarztkosten beim Hund fallen jedem Hundehalter an. Sie entstehen durch regelmäßige Routinechecks oder Impfungen. Hinzukommen unvorhersehbare Aufwendungen durch Unfälle oder Krankheiten. In komplizierteren oder aufwendigeren Fällen geht das schnell in den dreistelligen bis gar vierstelligen Bereich. Das muss nicht passieren, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Selbst mehrere kleinere unvorhergesehene Tierarztbesuche summieren sich im Laufe der Jahre und mit solchen ist in jedem Fall zu rechnen. Ein vorausschauender Vergleich der Fixkosten für eine Versicherung im Verhältnis zu möglichen Tierarztkosten lohnt sich daher.