Knochenbruch Hund Heilungsdauer beschleunigen

Die Diagnose Knochenbruch bedeutet, dass ein Knochen vom Hund ganz oder teilweise getrennt, eben gebrochen, ist. Der Tierarzt bezeichnet den Bruch auch als Fraktur. Bei Hunden kommen Frakturen besonders häufig an den langen, dünneren Röhrenknochen der Beine vor. An den Vorderbeinen sind das Radius und Ulna. An den Hinterbeinen nennen sie sich Tibia und Fibula. Sie sind quasi die Unterarme bzw. -schenkel der Gliedmaßen vom Hund. Ist eine Verletzung am Knochengerüst festgestellt worden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung. Sie richten sich nach betroffenen Knochen und der Bruchform. Hier erfährst du mehr zu den möglichen Ursachen, Behandlungen und wie du die Knochenbruch Heilungsdauer beschleunigen kannst.

Mögliche Ursachen

Ein Knochenbruch wird durch einen traumatischen, nutritiven, repetitiven oder neoplastischen Stress verursacht.

  • Traumatischer Stress: Bei einem sogenannten traumatischen Stress wirkt etwas von außen auf den Knochen ein und verursacht so den Bruch.
  • Nutritiver Stress: Damit ist gemeint, dass der Hund nicht genügend oder nicht die richtigen Nährstoffe mit der Nahrung erhalten hat. Dadurch kann der Knochen porös werden und brechen. Deshalb ist hochwertiges Futter immens wichtig bei der Fütterung. Darin sind die benötigten Vitamine und Nährstoffe enthalten.
  • Repetitiver Stress: Ein Knochenbruch durch einen repetitiven Stress heißt, dass ein Knochen wiederholt einem von außen einwirkenden Faktor ausgesetzt ist, der irgendwann zum Bruch des Knochens führt.
  • Neoplastischer Stress: Das können etwa Knochenzysten sein. Diese machen den Knochen instabil und dieser kann bei einer Belastung schneller brechen.

Besonders wenn ein Hund auf Entdeckungstour oder mit anderen Vierbeiner tobt, besteht ein erhöhtes Risiko eines Knochenbruchs. Ist dein Hund an Schäden von anderen Schuld, bist du als Hundebesitzer für den entstandenen Schaden haftbar und musst diesen bezahlen. Deshalb ist es ratsam, dass eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen wird. Diese übernimmt in einem solchen Fall die Kosten des anderen Hundehalters.

Symptome

Die ersten Anzeichen etwa eines Beinbruchs sind eindeutig. Der Hund hat Schmerzen. Dadurch lahmt er. In fast allen Fällen belastet der Hund das verletzte Bein überhaupt nicht mehr und es ist eine starke Schwellung zu sehen. Auch lässt er sich an der betroffenen Stelle nur ungern berühren.

Glück im Unglück ist, wenn er sich nur um eine Verstauchung handelt. Ob es ein Knochenbruch oder eine Verstauchung ist, lässt sich von Laien oftmals nicht sicher sagen. Lediglich wenn die Bruchstelle offen ist, ist die erste Diagnose einfach. Im Gegensatz zur geschlossenen Fraktur ist bei einem offenen Knochenbruch ebenso die Haut beschädigt. Man kann also direkt auf den Knochen schauen.

Vermutest du, dass dein Hund sich etwas gebrochen hat, solltest du so schnell wie möglich deinen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. Ein Knochenbruch ist nicht nur sehr schmerzhaft. Die Fragmente des gebrochenen Knochens können außerdem zu weiteren Schäden führen.

Bruchformen

Ein Knochenbruch kann unterschiedliche Bruchformen aufweisen. Eine genaue Diagnose ist wichtig. Je nach Art des Bruchs ist eine Operation nötig oder nicht. Dies wiederum hat Einfluss auf Kosten und Heilungsdauer. Bei der Einteilung vom Knochenbruch ist es zunächst einmal ist wichtig, welcher Knochen an welcher Stelle vom Hund und wie oft gebrochen ist. Ebenfalls ist die Bruchlinie von großer Bedeutung. Folgende Bruchformen werden unterschieden:

  • Querfraktur: Der Knochen ist im rechten Winkel zur Knochenlängsachse gebrochen. Die Ursachen sind meistens Biegekräfte.
  • Schrägfraktur: Der Bruch verläuft gradlinig in einem spitzen Winkel zur Knochenlängsachse. Eine Schrägfraktur wird meist durch Kompressionskräfte verursacht.
  • Spiralfraktur: Wirken Rotationskräfte, kann eine Spiralfraktur die Folge sein. Dabei bricht der Knochen schraubenförmig.
  • Splitter- oder Trümmerfraktur: Der Bruch ist an einer Stelle des Knochens. Dort ist er aber in verschiedene Teile gesprungen.
  • Mehretagenfraktur: Der Knochen ist an mehreren Stellen gebrochen.
  • Salter-Harris-Fraktur: Bei dieser speziellen Fraktur bricht der Knochen an den Wachstumsfugen, also am Anfang oder Ende des Knochens. Diese tritt bei Hundewelpen und bei Junghunden auf, die noch im Wachstum sind. Das kann zu verzögertem Wachstum oder zu einer Verkürzung der Gliedmaßen führen.

Behandlung vom Knochenbruch

Wie ein Knochenbruch behandelt wird, hängt von verschiedenen Punkten ab. Grundsätzlich entscheidet der Tierarzt über die geeignete Behandlung. Neben dem betroffenen Knochen und der Bruchform sind Alter und Größe des Hundes zu berücksichtigen. Zudem spielen allfällige Begleiterkrankungen und der Kooperationswillen durch den Hund eine Rolle.

Die Heilungsdauer ist bei jungen Hunden meist kürzer als bei älteren Vierbeinern. Ein schweres Tier belastet sein Knochengerüst stärker. Ein Knochenbruch bei einem Gelenk ist immer schwieriger zu behandeln, da das Gelenk direkt meist auch betroffen ist.

Ebenfalls eine schwierige und zugleich meist langwierige Angelegenheit ist die Splitterfraktur. Wird der Knochenbruch chirurgisch versorgt, werden die gebrochenen Knochenstücke mit einem Implantat, mit Platten oder Drähten wieder miteinander verbunden. Hier kann mit einer längeren Heilungsdauer gerechnet werden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass der Hund nicht zu früh zu viel Bewegung bekommt. Hunde müssen bei einem Knochenbruch auch mal gestoppt werden, weil sie meist aufgrund ihrer natürlichen Art zu aktiv sind. Dadurch überlasten sie den Knochen schnell. Dies verzögert den Heilungsverlauf.

Wann ist eine Operation nötig?

Eine Operation nach einem Knochenbruch wird häufig bei Hunden als Behandlungsmethode gewählt. Das liegt daran, da eine Ruhigstellung bei Tieren schwieriger zu erreichen ist. Ein Knochen bedarf allerdings eine gewisse Ruhe zum Regenerieren. Die Operation soll also dabei helfen die Heilungsdauer zu beschleunigen.

Immer wenn gelenktragende Teile des Knochens betroffen sind, müssen die Knochen zwingend wieder korrekt ausgerichtet werden. Dabei lässt sich eine Operation häufig kaum vermeiden.

Bei einfachen Frakturen reicht oft eine konservative Versorgung aus. Der Knochen muss jedoch meistens fixiert werden. Ein Gips von außen kann helfen. Oder chirurgisch wird ein Fixateur angebracht. Der Fixateur externe ist oft eine Lösung bei jungen Hunden. Denn mit ihm wird das Wachstum nicht beeinträchtigt.

Versorgung nach einer Operation

Etwa drei Stunde nach dem Erwachen aus der Narkose kannst du deinem Hund wieder etwas Wasser anbieten, nach frühestens sechs Stunden ein wenig Futter. Am Tag nach der Operation kannst du wieder wie gewohnt füttern. Beachte aber, dass sich das Haustier in den nächsten Wochen weniger bewegen wird. Die Futtermenge sollte also etwas reduziert werden. Es empfiehlt sich ein Alleinfuttermittel mit einem hohen Fleischanteil von über 90 %, denn so erhält deine Fellnase viele Proteine. Diese sind für die Regeneration wichtig. Der Rest sollte aus natürlichen Pflanzenrohstoffen bestehen. Sie sind wertvolle Vitaminspender. Diese Ernährung ist jedoch auch für jeden gesunden Hund artgerecht und sollte nicht nur nach einem Knochenbruch verfüttert werden.

Der Hund erhält bereits vor und während der Operation Schmerzmittel. Diese werden dir als Hundehalter ebenfalls mit nach Hause mitgegeben. Nach den Anweisungen vom Tierarzt gibst du deinem Vierbeiner die Medikamente. Sie stellen sicher, dass die Schmerzen unterdrückt werden.

In den ersten Tagen nach einer Operation kann Kälte angewandt werden. Diese wirkt schmerzlindernd und abschwellend. Bekannte Möglichkeiten einer solchen Kältetherapie sind etwa mit Eiswürfel gefüllte Plastikbeutel oder kalte Kompressen.

In der Regel ist etwa zwei bis drei Tage nach der Operation eine Nachkontrolle beim Tierarzt fällig. Nach rund 10 bis 12 Tagen kann er die Hautfäden entfernen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte die Wunde sauber bleiben und nicht beleckt werden. Allenfalls muss der Hund eine Halskrause tragen.

Leinenzwang

Kontrollierte Bewegungen sind nach einem Knochenbruch wichtig. Auch sollte dein Tier für einen bestimmten Zeitraum möglichst ruhig gehalten werden. Nur so kann die Fraktur optimal heilen. Daher muss der Hund einige Wochen an der Leine geführt werden. Wenn es sein muss auch im Haus. Durch die Schmerzmittel neigen Vierbeiner sehr schnell die Situation falsch einzuschätzen. Folglich kommt es schnell zu Überanstrengungen. Diese gilt es zu unterbinden. Wie lange dein Hund konkret an der Leine gehen muss, kann nur dein Tierarzt sagen. Er kennt den individuellen Einzelfall. Das hängt von der Stelle, der Bruchform und der Behandlung vom Knochenbruch ab. Durch eine Fixation durch eine Operation ist die betroffene Stelle oftmals früher wieder belastbar, als wenn sie konservativ behandelt wird.

Physiotherapie

Nach einer gewissen Zeit des Ruhigstellens werden progressive Bewegungen wichtig. Alles was nicht genutzt wird, baut sich nun mal ab. Die Fraktur hat zur Folge, dass sowohl Knochen wie aber auch Muskeln Drumherum geschwächt werden. Bei jedem Knochenbruch am Bewegungsapparat, wie zum Beispiel einem Beinbruch, sollte eine Physiotherapie dazugehören. Die Therapie unterstützt und beschleunigt sogar das Wiederheranführen an den Alltag bis hin zur vollen Belastung. So einfach es klingt ist es aber nicht. Deshalb sollten Profis diesen Weg begleiten. Ein erfahrener Hundespezialist weiß, welche Behandlungsmethode nach einem Knochenbruch wann gut für deinen Hund ist.

Meistens empfiehlt sich eine Kombination aus passiver und aktiver Physiotherapie. Bei der passiven Form werden Muskeln, Bänder und Sehnen vom Therapeuten gedehnt. Ebenfalls werden die Gelenke über und unter dem Bruch vorsichtig gebeugt.

Die aktive Therapie hilft dem Muskelerhalt und -aufbau. Muskeln sind nach einem Knochenbruch besonders wichtig. Sie entlasten nämlich den Knochen. Gleichzeitig wird mit der aktiven Physiotherapie der Knochen gestärkt. Dabei wird die betroffene Stelle aktiv erst ein wenig und mit Verlauf der nächsten Wochen nach und nach mehr belastet.

Kosten für die Behandlung

Die Kosten für die Behandlung eines Knochenbruchs starten mit einer Erstuntersuchung, die zwischen 15 und 40 Euro kostet. Bei den folgenden Untersuchungen muss mit 10 bis 35 Euro gerechnet werden. Ein Röntgenbild schlägt mit 20 bis 95 Euro zu Buche, ein Verbandswechsel 5 bis 25 Euro. Ein Gips kostet 50 bis 150 Euro. Etwaige Kosten für die Operation sind abhängig von der Art und Schwierigkeit des Bruches.

Als grober Richtwert kostet die konservative Frakturbehandlung etwa 200 Euro. Bei einer Operation wirst du mit bis zu 1.500 Euro rechnen müssen. Gerade bei solchen kostspieligen Behandlungen sind eine Hunde Krankenversicherung oder eine Hunde OP Versicherung sinnvoll, die die Tierarztkosten übernimmt.

Eine konservative Behandlung ist nicht in jedem Fall günstiger als eine Operation. Der Grund liegt an der Häufigkeit der Arztbesuche. Da bei einer konservativen Behandlung ein Gips angebracht und wöchentliche Verbandswechsel durchgeführt werden, sind auch dort schnell einmal dieselben Kosten erreicht.

Heilungsdauer beschleunigen

Wie lange es dauert, bis ein Knochenbruch geheilt ist, ist unterschiedlich. Die Heilungsdauer beträgt bei einem Knochenbruch im Normalfall vier bis sechs Wochen. Sie kann sich aber auch in einem ungünstigen Fall bis zu einigen Monaten hinziehen. Die Art und Versorgung des Bruches sind dafür genauso ausschlaggebend wie das Alter und das Gewicht des Hundes. Es ist dabei sehr wichtig, dass dem Hund die nötige Zeit gegeben wird. Der Heilungsprozess darf nicht unnatürlich beschleunigt werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Heilung nicht unterstützt werden kann. Mithilfe von Vitaminen, Mineralien und der Wärmetherapie können Hundebesitzer die Heilungsdauer beschleunigen.

Vitamine und Mineralien

In der Phase der Heilung einer Verletzung ist es besonders wichtig, dass der Vierbeiner mit allen nötigen Vitaminen und Mineralien versorgt ist. Besonders Barfer, die ausschließlich nur Fleisch verfüttern, sollten zusätzliche Vitamine und Mineralien einbauen. Fleisch enthält zwar Phosphor aber in der Regel nur ganz wenig Calcium. Calcium ist der wichtigste Knochenbaustein. Bei einem Knochenbruch bekommt daher das Minerale eine besondere Bedeutung. Die Lösung für das Problem ist ganz einfach. Neben Ergänzungsmitteln steckt in einem einfachen Kauknochen viel Calcium. Somit kann das Kauen auf einem natürlichen Knochen schon die Heilungsdauer beschleunigen.

Möchte man zusätzlich auf ein Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, kann das ebenfalls die Heilungsdauer beschleunigen. Hundebesitzer sollten keine Wunder erwarten. Dennoch gibt es sehr förderliche Alternativen. Im besten Fall greift man auf ein Produkt zurück, welches den Körper von den Chemikalien durch Medikamente entgiftet und zeitgleich Nährstoffe für die Zeit nach Verletzungen und Operationen beinhaltet. Zusätzlich kann etwas Calcium enthalten sein. Für die Zeit nach dem Knochenbruch bieten sich Bierhefe und Chlorella an. In ihnen findest du natürliche Vitamine und Mineralien.

Bierhefe Chlorella

Wärmetherapie

Knochen haben eine schlechte Durchblutung. Eine Anregung der Blutzirkulation an den betroffenen Stellen ist für die Heilung eines Knochenbruchs förderlich. Der Knochen erhält die benötigten Nährstoffe besser. Aus diesem Grund kann eine Wärmetherapie die Knochenbruch Heilungsdauer beschleunigen.

Angewendet wird sie in etwa ab dem fünften Tag nach der Operation. Das ist die Zeit, an der die auf die Operation zurückzuführende Schwellung zurückgeht. Wärme wirkt zudem schmerzlindernd. Eine Wärmetherapie kannst du zu Hause selber machen. Auf der betroffenen Stelle legst du deinem Hund einfach ein feuchtes, warmes Handtuch auf. Dies machst du dreimal am Tag für jeweils rund 20 Minuten. Bevor du allerdings mit der Therapieform beginnst, frage deinen Tierarzt, wann der richtige Zeitpunkt für den Beginn gekommen ist.