Hund zum Erbrechen bringen

Wer bemerkt, dass es dem Vierbeiner nicht gut geht, macht sich Sorgen. In dieser Situation ist die richtige Reaktion wichtig. Als Herrchen darfst du nicht in Panik verfallen. Das macht das Problem nicht besser, sondern schlimmer. Stattdessen ist es gut, wenn du ruhig und konzentriert bleibst. Bemerkst du, dass er etwas Giftiges gefressen hat, sorge für schnelle Hilfe. Reagiere zügig und rufe einen Tierarzt. Er kann in gefährlichen Situationen besser helfen. Je schneller du handelst, desto besser ist es. Als Herrchen musst du wissen, wie du deinen Hund zum Erbrechen bringen kannst. Denn manchmal kann das vor Vergiftungen schützen. Dennoch sollte dir bewusst sein, dass Auskotzen auch zu noch größeren Problemen führen kann. Dieser Artikel hilft dir dabei, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Tierarzt anrufen!

Und auf einmal ist es geschehen. Dein Hund hat etwas gefressen, was er nicht hätte fressen sollen. Der erste Schritt in dieser Situation ist den Tierarzt anzurufen. Du kannst auch die Giftnotrufzentrale kontaktieren. Diese gibt es allerdings nicht in jeder Stadt. Und bevor du erst lange nach der Telefonnummer suchen musst, rufe am besten gleich den Tierarzt an. Denn Zeit ist in dem Fall das Wichtigste! Minuten können zwischen Unheil und mit blauen Auge davon gekommen unterscheiden.

Das Anrufen des Arztes ist der wichtigste Schritt. Das Übergeben herbeiführen sollte nicht vor dem Kontakt mit dem Tierarzt erfolgen. Am Telefon nämlich kann er dir sagen, wie du reagieren sollst. Manchmal ist das zum Erbrechen bringen gut, aber nicht immer. Das hängt immer davon ab, was der Hund gefressen oder verschluckt hat.

Dein Tierarzt wird dir folgende Fragen stellen. Beantworte alle Fragen so ehrlich wie möglich:

  • Was hat der Hund gefressen? Waren es eine giftige Pflanze, Schokolade, Haushaltsreiniger oder andere Chemikalien?
  • Wann hat er das verdächtige Zeug gefressen?
  • Wie groß ist dein Hund?
  • Zu welcher Rasse gehört dein Vierbeiner?
  • Wie geht es deinem Tier jetzt? Welche Symptome zeigt er? Ist er bewusstlos?
  • Hat er sonstige gesundheitliche Probleme? Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blähungen oder andere Probleme mit der Verdauung?
  • Wann hat der Hund das letzte Mal gegessen?

Wenn der Tierarzt Bescheid weiß, dann kann die Zusammenführung von ihm und dem Hund organisiert werden. Das muss so schnell wie möglich passieren. So kann deinem Vierbeiner am besten geholfen werden. Je zügiger du reagierst, desto besser für den Hund. Verschwende keine Zeit – denn das kann das Leben deines Hundes gefährden.

Wann den Hund zum Kotzen bringen?

Die Frage nach dem Wann ist beim Kotzen wichtiger als das Wie. In vielen Fällen ist das Übergeben nicht sinnvoll. Doch nach der Aufnahme einiger Substanzen macht es durch aus Sinn. Diese Dinge gehören nicht in den Körper eines Hundes:

  • Frostschutzmittel
  • Pflanzen (Narzissen oder Azaleen)
  • Paracetamol oder Acetylsalicylsäure
  • Schokolade
  • Rosinen oder Xylit
  • Schneckenkorn

Ich möchte dennoch noch einmal erwähnen. Bei der Frage ob und wann, verständige vorher einen Tierarzt. Er ist der Fachmann. Der Arzt kann dir einen zuverlässigen Rat bei einer möglichen Vergiftung geben. Der Sinn vom Hund zum Erbrechen bringen hängt immer von der Substanz ab.

Grundsätzlich gilt ein Zeitfenster von etwa 60 Minuten von Aufnahme des Giftes bis zum Übergeben. Danach ist die Substanz bereits im Verdauungstrakt angekommen. Wenn dein Hund dann erbricht, dann hat dies keine großen positiven Auswirkungen mehr.

Wie bringt man einen Hund zum Erbrechen?

Zuallererst: Den Finger in den Hals zu stecken, bringt nichts. Es gibt dennoch einige andere Tipps, um das Kotzen des Tiers hervorzurufen. Wenn du deinen Hund zum Erbrechen bringen willst, sei vorsichtig. Der Vierbeiner muss unbedingt wach sein. Sollte er orientierungslos herumtorkeln, deutet das auf eine Nervenschädigung hin. Auch in diesem Fall bitte nicht den Hund zum Kotzen bringen. Die Gefahr, dass er am Erbrochenen erstickt, ist zu groß.

Es gibt zwei verschiedene Wege, einen Vierbeiner erbrechen zu lassen:

  1. Mit Wasserstoffperoxid
  2. Mit Haushaltsmitteln

Wasserstoffperoxid

Jeder Hundebesitzer sollte Wasserstoffperoxid im Erste Hilfe Koffer haben. In einem Notfall kann das Mittel dem Hund gegeben werden. Falls du keines vorrätig hast, kannst du dreiprozentiges Wasserstoffperoxid in der Apotheke oder im Internet kaufen.

Grundsätzlich gilt diese Regel bei der Verabreichung: Pro 5 kg Hundegewicht kannst du ca. 5 ml Wasserstoffperoxid verabreichen.

Am besten nimmst du dafür einen Teelöffel. 5 ml entsprechen in etwa einem Teelöffel. So hast du die richtige Menge zur Verabreichung sofort bereit.

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Im besten Fall kann es mit einer Pipette, Ballonspritze oder Wegwerfspritze ohne Nadel aufgezogen werden. Die richtige Menge wird auf das Ende der Zunge hinaufgetröpfelt. Die Mischung vom Wasserstoffperoxid sollte pur aufgetragen werden. Das heißt, es darf weder mit Futter noch mit Wasser vermengt werden.

Nach der Verabreichung kannst du mit dem Tier ein Stück laufen. Oftmals fördert das die Wahrscheinlichkeit vom Erbrechen. Sollte dennoch noch nichts passieren, kann auch ein bisschen Futter helfen. Falls der Vierbeiner zu schwach ist, dann massiere ihm den Bauch.

Einige Hundebesitzer berichten sogar von positiven Erfahrungen, wenn sie ihrem Hund ein bisschen Futter geben. Dadurch steigt die Chance, dass sich der Vierbeiner erbricht.

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Mit Haushaltsmitteln

Es gibt im Internet einige Tipps, wie du mit Hausmittel das Erbrechen herbeiführen kannst. Nicht jeder davon ist sinnvoll. Zwei gängige Methoden den Hund zum Erbrechen zu bringen haben sich jedoch über Jahre bewährt:

  • Senf: Einige Hundebesitzer verwenden den Trick mit dem Senf. Hierbei wird Senf mit Wasser angerührt und dem Hund eingeflößt. Dafür öffne das Maul und spitze die Flüssigkeit hinein. Dafür kannst du im besten Fall eine Ballonspritze oder Spritze ohne Nadel verwenden. Nun musst du das Maul unbedingt geschlossen halten. Streichle dein Tier und sei für es da. Wenn der Hund geschluckt hat, dann wird er bald erbrechen.
  • Salz: Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Salz. Du nimmst dafür einen Teelöffel Salz und 100 ml Wasser. Die gemischte Flüssigkeit wird mit einer Ballonspritze oder einer Spritze ohne Nadel ins Maul geträufelt. Zu diese Methode wird mittlerweile nicht mehr geraten, denn eine Salzvergiftung droht. Muss eine Substanz jedoch schnell aus den Körper, dann lassen es die Umstände manchmal nicht besser zu.

Auch bei dem Erbrechen mit Haushaltsmitteln kannst du nach der Zufuhr ein paar Schritte mit deinem Hund gehen.

Nach dem Übergeben

Lasse den Hund keinesfalls aus den Augen. Beobachte sein Verhalten. Falls du nachher zum Tierarzt fährst, musst du die Situation schildern können. Nach dem Übergeben solltest du auf folgende Dinge achten:

  1. Gib dem Hund Aktivkohle. Diese bindet die Giftstoffe. Durch Kohletabletten gelangt das Gift schlechter in Blutbahnen. Die Aktivkohle hat eine große Oberfläche und hilft dabei, die Toxine auszuscheiden.
  2. Das Erbrochene sollte eingetütet werden. Also bitte putze es nicht auf. Das ist deshalb wichtig, weil du es dem Tierarzt geben solltest. Dieser kann es dann untersuchen.
  3. Nachdem du alles erledigt hast, mache dich auf dem Weg zum Tierarzt!

Wann den Hund nicht zum Erbrechen bringen?

Oft siehst du Symptome einer Vergiftung und denkst so sofort daran, deinen Hund übergeben zu lassen. Es ist aber nicht immer sinnvoll, den Hund zum Erbrechen zu bringen. Das Auskotzen kann zu weiteren Schädigungen führen. Generell sollten spitze und scharfe Gegenstände kein zweites Mal durch den Hals wandern. Und auch bei chemischen Substanzen, wie ätzenden Mittel, ist ganz besondere Vorsicht geboten!

Bei folgenden ätzenden oder korrosiven Flüssigkeiten darf der Hund nicht Erbrechen:

  • Haushaltsreiniger und WC-Putzmittel
  • Waschmittel
  • Benzin/Diesel
  • Bleichmittel
  • Rohöl
  • Terpentin
  • Insektizide
  • Ätznatron
  • Chlor
  • Abflussreiniger
  • Dünger
  • Motorenöl
  • Nagellack

Bei jeder dieser Substanzen gilt es umgehend einen Arzt aufzusuchen! Bitte wirklich nicht den Hund zum Erbrechen bringen. Das gilt auch, wenn du nicht sicher weißt, was dein Freund zu sich genommen hat. Hat dein Hund sich ohne weitere Einwirkungen übergeben, dann erzähle deinem Arzt davon. Denn Schädigungen der Speiseröhre sind nun doppelt so wahrscheinlich. Verätzungen und andere Probleme müssen behandelt werden.