Algen für Hunde mögen im ersten Moment seltsam klingen. Schließlich sind unsere besten Freunde primär Fleischfresser. Doch tatsächlich gibt es Algenarten, die ihnen als Nahrungsergänzungsmittel viele Nährstoffe liefern. Dazu mischst du das Algenpulver einfach in das Futter. Bei der Auswahl musst du aber vorsichtig sein.

Algen ist ein Sammelbegriff für kleine Wasserorganismen, die Photosynthese betreiben. Dazu gehören ganz unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften. So sind zum Beispiel Grünalgen wie Chlorella und Rotalgen wie Nori Pflanzen. Die in Form von Spirulina häufig für Hunde genutzten Blaualgen gehören dagegen zu den Bakterien. Daneben gibt es noch die separate Gruppe der Kieselalgen und Braunalgen. Zu ihnen gehören Kombu, Kelp und Meeresspaghetti.

Doch welche Algen sind gesund für Hunde? Und gibt es Situationen, in denen du sie eher meiden solltest? In diesem Artikel erfährst du, ob und welche Algen Hunde fressen dürfen. Ich erkläre dir die Wirkung der am häufigsten verwendeten Arten und wann deinem Liebling Gefahr durch die kleinen Organismen drohen könnte.

Dürfen Hunde Algen essen?

Diese Frage lässt sich nicht generell beantworten. Die große Vielfalt an Algenarten umfasst viele Spezies, die sehr wertvoll für Hunde sind. Einige Arten enthalten aber auch tödliche Gifte.

Algenpulver als Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen oft sogar sehr empfehlenswert. Sie versorgen deinen Liebling mit wertvollen Nährstoffen, regen seine Verdauung an oder helfen ihm Schadstoffe abzubauen. Manche Algen stärken das Immunsystem oder helfen bei Allergien und Mangelerscheinungen.

Bei Algen für Hunde ist die richtige Dosierung entscheidend. Achte beim Kauf darauf, dass das Algenpulver entsprechende Fütterungsempfehlungen für Hunde auf der Packung trägt. Produkte für Menschen sind daher nicht geeignet.

Allerdings enthalten die meisten Algenarten viel Jod. Das gilt ganz besonders für im Meer lebende Arten. Jod tut dem Hund zwar bis zu einer bestimmten Menge gut. Zuviel kann jedoch die Schilddrüse schädigen. Wenn dein Hund bereits an einem Schilddrüsenproblem leidet, musst du mit Algen sehr vorsichtig sein. Frage in einem solchen Fall am besten deinen Tierarzt, welche Nahrungsergänzungsmittel sich für deinen Liebling eignen. Möglicherweise gibt es einen jodfreien Ersatz.

Gesunde Wirkung beim Hund

Die kleinen Wasserorganismen werden vor allem wegen ihres hohen Mineralstoffgehaltes geschätzt. Sie enthalten zum Beispiel Calcium. Es ist vor allem für seine stärkende Wirkung auf Knochen und Zähne bekannt. Gleichzeitig unterstützt es aber auch die Muskeln, Nerven und Blutgerinnung. Sogar an der Bekämpfung von Entzündungen und Allergien ist es beteiligt.

Gleichzeitig liefern Algen Hunden Magnesium, das ebenfalls für Muskeln und Nerven wichtig ist. Daneben wirkt es beruhigend auf gestresste und ängstliche Tiere.

Die Wasserorganismen enthalten für den Hund ebenfalls nützliche Kohlenhydrate und ungesättigte Fettsäuren. Gerade als Quelle für letztere sind sie wertvoll, weil sie im Gegensatz zu den sonst verwendeten Fischen insgesamt einen niedrigen Fettgehalt aufweisen. Ungesättigte Fettsäuren sind wichtig für die Gehirnfunktion, schützen das Herz-Kreislaufsystem und bekämpfen Entzündungen im Hundekörper.

Zusätzlich enthalten Algenpulver Beta-Carotin und andere Vitamine – insbesondere aus der Gruppe der B-Vitamine. Bei den Arten Chlorella, Nori und Pleurochrysus carterae wird vermutet, dass das in ihnen enthaltene Vitamin B12 bioverfügbar ist. Das bedeutet, dass der Hundekörper es besonders leicht aufnehmen und sofort verwenden kann. Auch dieses ist für die Funktion des Nervensystems wertvoll.

Darüber hinaus haben die am häufigsten verwendeten Algen für Hunde aber je nach Art noch andere Vorzüge:

Seealgen

Die Seealge oder der Knotentang, fachlich als Ascophyllum Nodosum bezeichnet, gilt als natürliches Mittel zur Unterstützung der Maulhygiene. Neben der Versorgung des Hundes mit wertvollen Nährstoffen hilft es nämlich auch bei der Reduzierung der Zahnsteinbildung.

Zahnstein bei Hunden ist oft ein großes Problem, da er gefährliche Bakterien beherbergt. Er ist häufig auch die Ursache von Parodontose, die zum Zahnverlust führen kann. Geraten die Keime in die Blutbahn kann es zudem zu einer lebensgefährlichen Sepsis kommen, bei der Entzündungen überall im Körper entstehen können.

Seealgenmehl ist besonders nützlich für Hunde, die zu starker Zahnsteinbildung neigen oder sich die Zähne nur unzureichend putzen lassen. Die in ihm enthaltenen Mineralstoffe gleichen die im Speichel vorhandenen aus und sorgen dadurch für verminderte Ablagerung an den Zähnen.

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Sei aber vorsichtig, wenn du bereits ein anderes Mittel gegen den Zahnstein einsetzt. Falls auch es Knotentang enthält, solltest du es vor dem Einsatz des neuen Pulvers absetzten. Ansonsten könnte es zu Überdosierung kommen.

Spirulina

Spirulina platensis ist eine Alge aus der Gruppe der Cyanobakterien oder Blaualgen. Sie wird bei Hunden häufig zur Verbesserung der Verdauung, bei der Darmsanierung und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Auch bei Mangelerkrankungen und zur Wiederauffüllung der Nährstoffreserven nach einer Krankheit sind Spirulina Algen für Hunde nützlich.

Spirulina fördert zusätzlich die Zellbildung und hilft bei Hautkrankheiten. Bei Allergien und Befall mit dem Hefepilz Candida albicans wirken sie ebenfalls lindernd. Zusätzlich hat Spirulina auch eine entgiftende Funktion und kann eingesetzt werden, um zum Beispiel Reste von Medikamenten aus dem Hundekörper auszuschleusen.

Gelegentlich wird dieser Alge auch nachgesagt, dass sie gegen Übersäuerung des Magens hilft. Entsprechende Erfahrungen könnten aber auch auf die allgemein verdauungs- und stoffwechselfördernde Wirkung von Spirulina Algen zurückzuführen sein.

Chlorella

Die Süßwasseralge Chlorella wird meistens in der Form von Chlorella vulgaris verwendet. Chlorella Algen sind insbesondere wegen ihres hohen Chlorophyllgehaltes bemerkenswert. Er macht sie besonders geeignet zur Verdauungsanregung.

Gleichzeitig hat Chlorella für Hunde die Fähigkeit, Schadstoffe aus Pestiziden und Schwermetalle zu binden und aus dem Körper zu tragen. Deshalb werden Chlorella Algen gerne nach einer Behandlung gegen Würmer oder Flöhe zur Entgiftung eingesetzt.

Die Algen schonen und entlasten die Leber. Die wertvollen Nährstoffe sorgen für eine raschere Erholung des Hundekörpers, welches zum Beispiel nach einer Operation wichtig sein kann.

Aufgrund ihrer ähnlichen Wirkung werden Chlorella und Spirulina in Algenpulver zur Entgiftung und Versorgung mit Vitamin B12 oft gemischt angeboten. Wer besonderen Wert auf das Vitamin B12 legt, der ist mit der Chlorella Alge besser beraten. Das von ihr gelieferte Vitamin ist rascher verfügbar, als bei der Spirulina.

Bierhefe Chlorella

Nori Algen

Nori ist die schwarze Substanz, die um Sushi gewickelt wird. Genaugenommen ist sie aber keine eigene Art sondern eine Mischung aus verschiedenen Süßwasseralgen. Als solche hat sie keinen allzu riskanten Jodgehalt. Du kannst deinem Liebling also durchaus gelegentlich ein Häppchen Nori Alge aus dem Supermarkt anbieten. Allerdings lehnen viele Hunde die Nori Algen ab, wenn sie nicht mit Futter gemischt sind. Alternativ kannst du deinem Liebling eine Sushi Rolle mit rohen Lachs anbieten.

Die Nori Alge liefert deinem Liebling wertvolles Eiweiß, Ballaststoffe, Kupfer, Zink und die Vitamine B, C und E. Dementsprechend ist sie gut für das Immunsystem und den Stoffwechsel.

Welche Algen sind giftig für Hunde?

Meist sind Algen für Hunde nur dann schädlich, wenn sie überdosiert werden. Bei einem Algenpulver für Hunde besteht also keine Gefahr, solange du dich an die Anleitung hältst. Erwischt dein Liebling doch einmal zu viel, zeigt sich das üblicherweise durch Durchfall. Er sollte nach Absetzen oder Verringerung der Dosis rasch wieder verschwinden. In seltenen Fällen treten Nebenwirkungen oder Allergien auf, die du vom Tierarzt diagnostizieren lassen solltest.

Stark giftige Algen für Hunde nehmen die Tiere eher beim Trinken und Spielen um natürlichen Gewässern auf. Hier sind vor allem manche Unterarten der Blaualgen zu erwähnen, die auch in Deutschland vorkommen. Sie führen zu schweren Vergiftungen, die häufig tödlich enden. Leider sind sie ohne Analyse nicht von harmlosen Algenarten zu unterscheiden. Halte deinen Liebling also von grünen und trüben Gewässern und solchen mit Schaum oder Schlieren an der Wasseroberfläche fern. Zeigt er kurz nach einem Ausflug am Wasser Krankheitssymptome, bringe ihn sofort zum Tierarzt!